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Über das oberbayerische Ostbündnis

13 Gemeinden des östlichen Landkreises Erding (Oberbayern) und des westlichen Landkreises Mühldorf haben sich 1997 zu einem Bündnis, unter anderem in Hinblick auf die flughafenbedingten Veränderungen, zusammengeschlossen.

Das Bündnisgebiet ist ein Natur- und Wirtschaftsraum zwischen den Entwicklungsschwerpunkten München, Flughafen, Landshut, Chemiedreieck und Rosenheim mit hohem Entwicklungspotential. Es umfasst 500 km2 Fläche mit 50 000 Einwohnern in 1 000 Ortsteilen in folgenden Gemeinden: Bockhorn, Buchbach, Dorfen, Fraunberg, Hohenpolding, Inning am Holz, Isen, Kirchberg, Lengdorf, Sankt Wolfgang, Schwindegg, Steinkirchen und Taufkirchen (Vils). Um Disparitäten und zunehmende Unverträglichkeiten zu vermeiden, muss eine abgestimmte Entwicklung zwischen dem engeren Flughafen-Umland und dem ländlichen Raum zwischen Flughafen, Landshut und Mühldorf sichergestellt werden.

Ziel des Bündnisses ist es, die Interessen gemeinsam zu vertreten und die interkommunale Zusammenarbeit zu fördern. Zur Konkretisierung der gemeinsamen Entwicklungsvorstellungen wurde ein vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen gefördertes Teilraumgutachten für das Bündnisgebiet erarbeitet. Ergebnis sind das Entwicklungsleitbild und -konzept sowie ein Aktionsplan mit 14 Schlüsselprojekten.

Ereignisse

Sitzung des Ostbündnisses

Veröffentlicht am 09.12.2014 von Thomas Einwang

Bürgermeister Grundner zum neuen Bündnissprecher gewählt

Die Neuwahl des Bündnissprechers stand im Mittelpunkt der Sitzung des Ostbündnisses am 24. Oktober in Buchbach. Entsprechend dem bestehenden Gesellschaftervertrag des Ostbündnisses ist nach Möglichkeit alle zwei Jahre ein neuer Bündnissprecher und ein Stellvertreter zu wählen. Bündnissprecher Thomas Einwang, seit Januar 2012 im Amt, stellte entsprechend dieser Vereinbarung sein Amt zur Verfügung. Als neuer Bündnissprecher wurde Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner vorgeschlagen und von den Mitgliedern einstimmig zum neuen Bündnissprecher gewählt. Als sein Stellvertreter fungiert Bürgermeister Ulrich Gaigl aus St. Wolfgang, der ebenso ein einstimmiges Votum erhielt. Die neuen Bündnissprecher baten die Bündnismitglieder um entsprechende Unterstützung und Mithilfe um gemeinsam des Beste für die Bündnisregion herausholen zu können.

Darüber hinaus beschäftigte sich die Versammlung mit der Entwicklung in den beiden Planungsregionen Südostoberbayern und München, denen die Mitgliedsgemeinden angehören. Da in beiden Planungsregionen die Vorsitzenden neu gewählt wurden, sehen die Mitglieder des Ostbündnisses durchaus positive Entwicklungen in der zukünftigen Zusammenarbeit. Liegt im südlichen Bereich der Planungsregion Südostoberbayern mit den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Rosenheim eher der Tourismus im Vordergrund, so steht in den Landkreisen Mühldorf und Altötting sowie in der Planungsregion München eher die Industrie im Mittelpunkt. Hier gilt es sich aufeinander zuzubewegen und bestehende Strukturen aufzubrechen um eine gemeinsame Entwicklung voranzubringen.

Ein weiteres Thema war die B15 neu. Hier wurde Bündnissprecher Grundner beauftragt mit der Autobahndirektion einen Termin zu vereinbaren, um belastbare Informationen zu bekommen und die Problematik zu diskutieren. Dabei sollen auch die örtlichen Politischen Abgeordneten aus Bund und Land mit an den Tisch.

Thomas Einwang gratuliert den neuen Bündnissprechern Heinz Grundner und Uli Gaigl

Kirda-Moda z’Schwindegg

Veröffentlicht am 09.12.2014 von Thomas Einwang

Vortrag von Dialektforscher Dr. Bernhard Stör beim Ostbündnis

Der Saal im Bürgerhaus Schwindegg war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Münchner Dialektforscher Dr. Bernhard Stör am Kirchweihmontag über die Dialekte in der Heimatregion referierte. Eingeladen hatte dazu der Kultur-Arbeitskreis des Ostbündnisses, dem neben den elf Gemeinden im Landkreisosten auch zwei Gemeinden aus dem Nachbarlandkreis Mühldorf angehören, Buchbach und Schwindegg. Unter den Gästen waren mit Dr. Karl Dürner (Schwindegg), Thomas Einwang (Buchbach) und Ullrich Gaigl (St. Wolfgang) auch drei Bürgermeister. Zur Umrahmung musizierten die Schweiger-Buam vom Dorfner Trachtenverein „d’Stoarösler“.

Bernhard Stör, der sich 1999 in seiner fast 1000-seitigen Doktorarbeit mit den mundartlichen Verhältnissen im Raum München beschäftigt hatte, hielt keinen Monolog, sondern bezog die Gäste geschickt in seinen launigen Vortrag ein. Dabei zeichnete er die Entwicklung der deutschen Sprache und ihrer Dialekte im Lauf des Mittelalters nach und brachte immer wieder auch Beispielbegriffe, die selbst regional, speziell innerhalb des Landkreises Erding, variieren, so zum Beispiel „Schusser/Arberlinge/Arberer Balla“ und „Binder/Schäffler“. Weitere Begriffe, die zur Sprache kamen und in ihrer Bedeutung durchleuchtet wurden: „Kumpf“, „Topfen“, „Odel“, „schwaiben“, „Gewand“, „belzen“, „Kranewit“, „Gelberüben“, „Dirndl“, „Schnäckler“, „Grüß Gott“ und „Pfiat Gott“. Der Referent ließ die Gäste immer wieder die Bedeutung einzelner Begriffe erraten und stieß damit bisweilen lebhafte Diskussionen an.

Zudem ging er auf die Schwierigkeiten bei der Verschriftlichung (Lemmatisierung) der Mundart ein und gab einen groben Überblick über die Historie der Dialektforschung, wenn er Georg Wenker mit seinem „Deutschen Sprachatlas“ (1880 begonnen, bis 1939 weitergeführt) sowie Andreas Schmellers 1827 vorgelegtes „Bayrisches Wörterbuch“ vorstellte.

Stör grenzte darüber hinaus den bairischen Dialekt vom fränkischen und alemannisch-schwäbischen ab (wobei er Wert auf die Schreibung von „bairisch“ mit „i“ legt, weil das „y“ erst 1825 auf Anordnung des der griechischen Antike zugeneigten Königs Ludwig I. als offizielle Schreibung festgesetzt wurde). Dabei kam mitunter zum Ausdruck, dass fast ganz Österreich auch die bairische Mundart mit regionalen Ausprägungen spricht. Stör erläuterte einige aus der ostgotischen Herrschaft 487–525 resultierende Lehnwörter als Erkennungsmerkmale des bairischen Dialekts, mit deren Hilfe dieser sich von anderen Sprachräumen abgrenzen lässt: „eß“ (ihr), „enk“ (euch), „Irta“ (Dienstag), „Pfinsta“ (Donnerstag), „Samstag“, „tengg“ (links), „Kirta“ (Kirchweihfest) oder „Fasching“ (Fastnacht).

Das Publikum dankte dem Referenten mit einem anhaltenden Applaus. In den angeregten Gesprächen während der Pause und nach dem Vortrag klang freilich auch Wehmut über manche vom Aussterben bedrohte mundartliche Wörter und Formulierungen an. Für das Frühjahr 2015 ist ein Fortsetzungsreferat geplant, denn vieles konnte Bernhard Stör am Kirda-Moda nur anreißen.